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    3/6/2009

    ... und morgen wird geheiratet.

    Heute Morgen hat Chrissi mir erzählt, er habe von Selina geträumt, und sie hätte gesagt, sie wäre 18. Ich sagte, dass er dann ja auch schon 18 gewesen sein muss, und dass sie dann ja heiraten könnten. Er sagte: „Nächste Nacht“. Ich fragte, ob er sie nicht erst fragen wolle, und er sagte: „Na gut, dann eben übernächste Nacht“.
    Tja, so schnell kann’s gehen.
    2/18/2009

    Traum oder Wirklichkeit

    Vor ein paar Tagen wollte Chrissi von mir wissen, wie man unterscheiden kann, ob man träumt oder nicht. Ich erzählte ihm, wie ich als Kind davon geträumt habe, auf der Toilette zu sitzen…
    Deshalb habe ich mir als Kind schon überlegt, wie ich Traum und Wirklichkeit in solchen Fällen unterscheiden kann: Ich suche mir einen Gegenstand, auf dem etwas geschrieben steht, etwa eine Shampoo-Flasche, und wenn ich den Text lesen kann und er einen Sinn ergibt, dann bin ich wach. Wenn ich nämlich träume, verändert sich der Text beim Lesen, oder die Zeichen ergeben nur Unsinn.
    Heute Abend habe ich ihm als Gute-Nacht-Geschichte „Lotte will Prinzessin sein“ vorgelesen. Darin möchte die kleine Lotte von ihrer Mutter auch wissen, wie man Traum und Wirklichkeit unterscheiden kann. Chrissi freute sich und sagte: „Ach, das ist ja unser Thema von neulich!“. „Ja“, sagte ich, „und wie kannst du das denn eigentlich unterscheiden?“ Er antwortete: „Ich musste das bisher noch nie unterscheiden.“
    Was für eine schöne Idee, Traum und Wirklichkeit nicht unterscheiden zu müssen. Sein Leben möchte ich haben.

    Ganz nah an der Liebe.

    Weil Chrissi doch neuerdings auch in Michelle verliebt ist, hat er Michelle heute gefragt, ob sie auch in ihn verliebt ist.
    "Nein", soll sie geantwortet haben, "aber ich empfinde tiefe, tiefe Freundschaft."
    Was denn das bedeutet, wollte ich von Chrissi wissen, und er antwortete: "Das ist ganz nah an der Liebe".
     
    2/17/2009

    Früh übt sich

    Am Freitag hatte Chrissi (9) für seine beiden Freundinnen Selina und Michelle (neu!) bei Karstadt Schokolade als Valentinstagsgeschenk gekauft, die er ihnen schließlich heute (Montag, 16.2.) )in der Schule gegeben hat. Beide wissen jeweils, dass die andere auch Schokolade bekommen hat, aber das ist nicht schlimm, sie finden das „Ok“.
    „Das mit der Schokolade ist gut abgekommen“, hat Chrissi mir heute erzählt, „und die anderen, die auch in Selina verliebst sind, wollten alle wissen, wo ich die tolle Schokolade gekauft habe“. Es handelte sich um hauchfeine Täfelchen einer bestimmten Marke. Diese Selina scheint wirklich sehr beliebt zu sein, aber die anderen Jungs müssen wohl noch einiges lernen. „Und“, wolle ich wissen, „was hast du ihnen gesagt?“ – Er grinste und sagte: „Ich habe ihnen was Falsches gesagt, nämlich Tschibo und Budni“.
    Tja, Jungs, habt ihr etwa gedacht, mein Sohn würde es Euch so einfach machen?
    Chrissi hat es Selina erzählt und die fand es gut so, da sie in die Anderen ja gar nicht verliebt sei.
    Dass er in Michelle verliebt ist, das wisse Michelle bereits. „Und umgekehrt?“, fragte ich, darauf er: „Weiß ich noch nicht, aber ich frag’ sie morgen.“
    Wir haben jetzt übrigens mal ein Aufklärungsbuch bestellt…
     
    2/15/2009

    Drahtlos einen Draht gefunden

    Mein Sohn Chrissi (9) schläft diese Nacht bei seinem besten Freund, mit dem er auch jeden Morgen zur Schule geht.
    Gestern, am Valentinstag, haben Chrissi und ich für die Mutter seines Freundes noch eine Kleinigkeit besorgt, als Dankeschön. Unterwegs hatten wir ein interessantes Gespräch.
    Er hatte einen Schluckauf und meinte, dass wohl jemand an ihn denkt. Er wollte wissen, ob ich weiß, woher ein Schluckauf kommt. "Nein", sagte ich, "da musst du Mama fragen, die ist Krankenschwester". Dann sagte er, dass es wohl von einer falschen Atmung kommen kann. Ich antwortete: "Ach, dann kann man es wohl gar nicht merken, wenn jemand anderes an einen denkt?". Er bejahte es und fand es schade.
    Ich erzählte ihm, dass ich sehr wohl glaube, dass man es merken kann, wenn jemand an einen denkt. Zum Beispiel klingen einem manchmal die Ohren, oder man fühlt plötzlich etwas und denkt "Huch, was war denn das jetzt eben?" oder man fühlt sich plötzlich ganz warm, als wenn einen jemand in den Arm nimmt. Er sagte: "Ja, aber dann weiß man ja nicht wer es war, der an einen gedacht hat". "Stimmt", antwortete ich, "aber wenn man sich dann vorstellt, wer es gewesen sein kann, und wenn man dabei an den Richtigen oder die Richtige denkt, dann fühlt er oder sie in dem Moment genau das Gleiche."
    Diese Vorstellung fand er schön und sagte "Das ist wie 'Nachricht angekommen', ganz ohne Telefon".
    Ja, genau. So ist es.
    12/29/2008

    Winterurlaub

    Also nun im Winterurlaub. Mit Frau, 2 Kindern und Schwiegereltern.
    Die Ferienwohnung ist ein Traum, der Schnee vor der Haustür wird wohl leider auch einer bleiben. Aber schon am ersten Morgen hatte ich ein "Erlebnis".
    Ich wurde nach dem Frühstück dazu abkommandiert, das Auto frei zu kratzen, was ich auch gerne tat. Endlich mal allein. Frost zwar, aber strahlend blauer Himmel.
    Das Eis an den Scheiben war sehr dünn, und als ich es mit dem Eiskratzer von der Scheibe löste, sah ich tausende kleine Eiskristalle, vom leichten Wind getragen, der aufgehenden Sonne entgegentanzen.
    Und nur ich ganz allein habe das gesehen.
    12/26/2008

    Immer diese Weihnachten...

    So. Diese Weihnachten sind also morgen vorbei. Und wir sind dann auf der Autobahn, unterwegs in den Winterurlaub.
    Was ist alles passiert?
    Meine Mutter hat sich im November endgültig von mir und meiner Familie verabschiedet. Sie hatte 20 Jahre mit der Diagnose MS gelebt und sich bedauern lassen. Nun war es plötzlich eine Fehldiagnose und sie hat bloß eine Depression. Mit meiner Frau ist sie noch nie ausgekommen, das fing schon vor unserer Hochzeit an, als sie versucht hat, mich als Trinker und Versager darzustellen. Trotzdem gab es immer wieder Versöhnungsversuche. Nachdem sie vor Kurzem ihrem treu sorgenden Ehemann #2 den Scheidungskrieg angesagt hat, lebt sie wieder allein und denkt sich allerlei Gemeinheiten aus. Nicht nur ihr zweiter, nein, auch schon ihr erster Mann hätte sie vergewaltigt, und daraus sei ja dann ich entstanden. Mein Bruder hingegen sei ein richtiges Wunschkind gewesen (der geht schon lange nicht mehr arbeiten und hat sich - wie seine Mutter - dazu entschieden, Patient zu sein).
    In der Vorweihnachtszeit hat sie mich angerufen und gefragt, ob sie den Kindern ein Handy schenken darf. Als ich ihr sagte, dass ich das erst mit meiner Frau besprechen möchte, ist sie wütend geworden: "Die sagt ja sowieso immer Nein." Dabei war es meine Frau, die zu jedem Versöhnungsversuch trotz böser Vorahnungen bereit war. Klar, dass dieses Telefonat einen heftigen Rückruf und allerlei Unfrieden provoziert hat, denn damit hat sie ja meiner Frau erstens einen unangebrachten Vorwurf gemacht und zweitens versucht, mich zu einer Entscheidung zu bewegen, von der sie offenbar annahm, dass sie mindestens einen Streit nach sich ziehen würde.
    Tja, und nun hat sie uns "zum letzten Mal" einen Brief geschrieben, mit vielen kleinen Bosheiten und verstecken Vorwürfen, und natürlich viel Schmalz. Sie will keinen Kontakt mehr. Kann sie haben. Sie will ihre Wohnung verkaufen und in ein Heim für betreutes Wohnen einziehen. Und einsam sterben. Und von ihren engsten Freunden (, die nicht das Weite suchen,) bedauert werden. Und bei allen anderen ein schlechtes Gewissen hinterlassen. Wir haben ihr zu Weihnachten trotzdem eine Karte mit einem aktuellen Familienfoto geschickt. Bin gespannt, wann Kai Pflaume hier klingelt, dass würde zu ihr passen.
    Nun haben wir Weihnachten auch ohne sie ganz gut verbracht, meine Frau war jeden Tag bis Mittag arbeiten (Frühdienst im Krankenhaus) und war abends natürlich müde. Zeit zum "Networken".
    Nun muss ich langsam Essen kochen, nachher früh schlafen gehen, denn nachts um 1:00 Uhr soll es los gehen, in den Winterurlaub. Wir treffen und am Zielort mit meinen Schwiegereltern. Die sind nett.
    Hoffentlich liegt Schnee.
    Tschüss, bis nächstes Jahr.
    8/30/2008

    Wirklich zum Verwechseln, oder?

    Neulich waren wir in Wedel und haben uns ein paar Schiffe angesehen. Da sagte mein Schwiegervater: "Ist das jetzt ein Gaffelschoner oder eine Schonerbrigg? Ich verwechsel die immer.".  "Merkwürdig,", erwiederte ich, der von Schiffstypen absolut keine Ahnung hat, "ich verwechsel die nie...".Sarkastisches Smiley
    5/23/2008

    Schluss gemacht

    Mein Sohn Christopher (8) hat mir heute eröffnet, dass er Schluss gemacht hat (mit einer seiner 3 Freundinnen).
    Der Grund: Er musste letzte Woche jeden Tag (Papa: JEDEN TAG!) mit ihr nach der Schule auf dem Heimweg ein Stück zusammen gehen.
    Ob er wohl jemals heiraten wird?
    Zum Glück sind ja noch zwei ubrig und eine auf der Warteliste.
    2/15/2008

    Das werde ich mir merken

    Vor ein paar Jahren bat mich ein Kollege um Hilfe. Seine Tochter müsse in der Schule die 9 Planeten in der richtigen Reihenfolge auswendig lernen und solle dazu einen Merkspruch verwenden: "Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten". Dabei stehe jeder Anfangsbuchstabe für den Anfangsbuchstaben eines Planetennamens, so dass man sich die Reihenfolge (Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun, Pluto) leichter merken könne. Das fände seine Tochter aber doof, weil man ja beim Wort "mir" nicht wisse, ob nun "Merkur" oder "Mars" gemeint sei, daher brauche sie einen Merkspruch, bei dem jeweils nicht nur der erste, sondern die ersten beiden Buchstaben eines Wortes mit den Anfangsbuchstaben eines Planetennamens übereinstimmten.
    Ich machte mich also an die Arbeit und grübelte, bis ich 3 Merksprüche gefunden hatte, die den Anforderungen genügten. Weil ich in jedem Merkspruch andere Wörter benutzen wollte, hörten sie sich zunächst etwas komisch an, etwa die ersten beiden:

    Mein Vers erzählt manchen Jungs sämtliche uralten neun Planeten.
    Mein Vetter erklärt Mallorca: Jugendliche saufen Urvater nebst Plum.

    Ein paar Wochen später, nachdem ich ihm meine Egebnisse mitgeteilt hatte, kam er eines Tages auf mich zu, um mir "ein Feedback" zu geben. Aus den beiden genannten Varianten hatte er einen etwas angenehmeren Merkspruch zusammengesetzt:

    Mein Vers erklärt manchen Jugendlichen sämtliche uralten neun Planeten.

    Diesen Spruch hatte seine Tochter in der Schule vorgetragen, und die Lehrerin soll so begeistert gewesen sein, dass sie der Direktion vorschlagen wollte, zukünftig nur noch diesen Merkspruch zu verwenden, und ihn fest in den Lehrplan der Schule zu integrieren.
    Das hat mich aus zwei Gründen sehr gefreut: erstens, weil meine Grübelei zu so einem Erfolg geführt hatte, und zweitens, weil dieser Kollege mir davon erzählt hat.
    Doch Moment, hatte ich nicht etwas von 3 Sprüchen gesagt? Na gut, ich verrate auch den Dritten. Der Kollege hat ihn seiner Tochter vorenthalten. Er ist frei erfunden, und jede Ähnlichkeit mit tatsächlichen Begebenheiten oder Personen wäre rein zufällig. Mein persönlicher Favorit:

    Mein verkorkstes Erstes Mal: Julia sagte urplötzlich Nein. Plödegans.
    2/4/2008

    Richtig gepolt

    Wir saßen noch beim Essen, als meine Frau das Etikett der Mineralwasserflasche studierte: "Hier steht: Kationen und Anionen.". In Erinnerung an den Physik-Unterricht meiner Schulzeit hob ich schulmeisterisch den Zeigefinger und sagte: "Aha! Kathode und Anode!". Mein Sohn Christopher (8 Jahre, geht in die 2. Klasse und hat mehrere Freundinnen) macht mich gerne nach, also erhob auch er den Zeigefinger und antwortete: "Aha! Katrin und Ann-Katrin!".
     
    2/3/2008

    Haiku

    Es sonnt sich Olga mit Holger an der Wolga und findet's toll da.
    1/28/2008

    Wolfgangs Space

    Aha. Nun ist es also soweit: Ein Blog.
    Na dann, mal sehen, was noch kommt. Mir fällt sonst nix ein. Und ich hab' ja auch gar keine Zeit. Liebes Tagebuch, bis bald.